Das geheime Leben der Bäume – eine Rezension zur Netflix-Doku

Das geheime Leben der Bäume - wie sich Bäume über ihre Wurzeln helfen. (Foto: unsplash)

Peter Wohlleben kam mit seiner Dokumentation: “Das geheime Leben der Bäume” erst in die Kinos und nun auf Netflix. Wir mussten uns das natürlich anschauen.

So geheim ist das Leben der Bäume nun nicht mehr. Die erstaunlichen, überraschenden und den meisten von uns unbekannten Informationen zu den Riesen des Waldes wurden von Peter Wohlleben aufgedeckt. Mit simpler, verständlicher, bildreicher und in den Bann ziehender Sprache erklärt er seine Sicht auf die Wälder. Das geheime Leben der Bäume – ein Spielfilm, der zum Nachdenken anregt.

Das geheime Leben der Bäume – neue Erkenntnisse, gewohnte Aufnahmen

Der Mann, der über sich sagt, er wäre als Baum am liebsten eine Buche, ist der Protagonist, Initiator und das Master-Mind hinter dem Film: Das geheime Leben der Bäume. Zunächst als Buch erschienen, war es abzusehen, dass ein passender Film dazu entstehen wird. Allerdings diente das Werk nicht als Grundlage für eine Art Drehbuch, sondern wurde nur zum Teil im Film berücksichtigt.

Zu viel Inhalt wollen wir Euch nicht vorwegnehmen und so bereits das Geheimnis lüften. Die Dokumentation solltet Ihr auf jeden Fall schauen. Wie Bäume miteinander kommunizieren, sich gegen äußere Einflüsse wehren und sich gegenseitig helfen, ist der thematische Hauptbestandteil der Doku. Darüber hinaus wird in Interviews, Textpassagen aus dem Off und anhand von Beispielen erklärt, was ein funktionierendes Ökosystem ausmacht oder was es mit dem Wood-Wide-Web auf sich hat, .

Das geheime Leben der Bäume findet auch im Totholz statt. (Foto: unsplash)
Das geheime Leben der Bäume findet auch im Totholz statt. (Foto: unsplash)

Peter Wohlleben vermenschlicht die Pflanzen bewusst. Mit simplen Vergleichen und Metaphern bricht er die komplexe Themenwelt auf etwas leicht Verständliches herunter. “Der Baum wird gestillt”, “Die wirtschaften mit einer 57 prozentigen Wahrscheinlichkeit in die Katastrophe” oder “Wer pflanzt, ist doof” sind Beispiele für die einfache und gewitzte Sprache.

Außerdem thematisiert Wohlleben immer wieder Probleme der konventionellen Forstwirtschaft. Die großen Erntemaschinen zerstören nachhaltig den Boden. Sie erschweren somit für die Wurzeln das Auffinden von Wasser und beeinträchtigen negativ die Kleinstlebewesen. Der große Tenor ist: Lasst den Wald Wald sein. Der kann das sehr gut alleine.

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Das geheime Leben der Bäume – nicht alles im grünen Bereich

Leider müssen wir aber auch ein wenig Kritik üben, denn die Dokumentation ist vor allem eines: zu lang. Mit den offiziellen 101 Minuten rangiert sie natürlich in der normalen Länge für Spielfilme und den ausgiebigen Dokumentationen. Trotzdem herrscht Handlungsarmut, Schnittsequenzen dauern zu lange und manche Teile wirken schlichtweg nicht nötig für das Gesamtbild. Die nicht sonderlich spektakulären Bilder, Zeitraffer und Aufnahmen aus der Luft, entschädigen die schiere Länge nicht. Hier stimmt auf jeden Fall: Weniger ist mehr.

So gehen die wichtigen Erkenntnisse im Gestrüpp unter und verlieren an Wert. Zudem fällt es schwer, aktiv zuzuschauen. Die Zeit- und Themensprünge überfordern und verwirren. Des Weiteren kommt zu keinem Zeitpunkt die Gegenseite zu Wort, sondern wird immer nur als Bösewicht dargestellt.

Unser Urteil: unbedingt anschauen!

Was aber feststeht: Die Dokumentation beeinflusst einen. Sie sensibilisiert für das Thema. Man nimmt Pflanzen, Totholz und Tiere in der Umgebung anders wahr. Das offene Ende liefert eine Menge Spielraum für eigene Interpretationen. Es lässt das Gehirn ordentlich arbeiten. Wer bereit ist, sich durch die 101 Minuten durchzukämpfen, wird mit erstaunlichen Weisheiten über Bäume belohnt.

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1 Kommentar zu „Das geheime Leben der Bäume – eine Rezension zur Netflix-Doku“

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