Faszination Feuer: Das Lagerfeuer und seine therapeutische Wirkung

Es darf zum Ausklingen eines ausgelassenen Tages in der Natur nicht fehlen: Das klassische Lagerfeuer. Ob beim Campen in der Natur, beim Grillabend oder der Gartenparty – eine gesellige Runde am Feuer wird garantiert für eine ungezwungene Atmosphäre sorgen. Aber warum ist das so?

Was macht Feuer mit uns?

Als eines der vier Elemente der Erde hat das Feuer vor rund 1,5 Millionen Jahren der Menschheit einen evolutionären Vorteil verschafft. Es lieferte unseren Vorfahren Wärme und Licht in kalten und dunklen Nächten, gegarte Nahrung und Schutz vor Raubtieren und vertrieb lästige Insekten. Die Fähigkeit Feuer zu machen und es zu hüten wurde essenziell, um das Überleben der Gruppe zu sichern. Außerdem entwickelte sich die Feuerstelle zu eine Art Versammlungsstelle, wo man gesellig beisammensaß und sich austauschte. Das Lagerfeuer bot eine schützende und wohlige Atmosphäre, die sich tief in uns verankert hat. Noch heute ruft das Knistern des Lagerfeuers ein Gefühl von Geborgenheit in uns hervor. Wir könnten stundenlang dem dumpfen Knacken und Rascheln der Flammen lauschen, während wir begeistert dem flackernden Feuerspiel zusehen.

Doch ist Feuer nicht eigentlich auch eine Bedrohung?

Jein. Bedrohlich wird ein Feuer erst, wenn der Mensch es nicht hütet und es außer Kontrolle gerät. Große Flammen und heftiger, dunkler Rauch werden in uns keineswegs ein Gefühl von Geborgenheit hervorrufen. Große Brände und übermäßige Hitze machen uns Angst und bedrohen unsere Existenz. Kleinen überschaubaren Flammen in kontrollierter Form hingegen sagt man sogar eine therapeutische Wirkung nach.

Doch ein Feuer zu entfachen sollte gelernt sein!

Und so gelingt das Lagerfeuer:

Nun kommen wir zum praktischen Teil. Um ein brauchbares Lagerfeuer zu entfachen bedarf es auf jeden Fall ein bisschen Übung und Technik. Aber bevor ihr mit dem Feuermachen loslegt, solltet ihr unbedingt in Erfahrung bringen, ob ein offenes Feuer an eurem Standort überhaupt erlaubt ist. Dann erst lohnt es sich, die Details zu planen.

1. Der richtige Standort

Am besten eignet sich eine Stelle, die außer Reichweite (mind. 100m Entfernung) eines Waldrandes und von brennbarem Material (mind. 3m Radius) liegt. Als Untergrund eignet sich reiner Erdboden am besten. Es macht außerdem Sinn die geplante Feuerstelle mit ein paar Steinen abzugrenzen.

2. Holz und Brennmaterial

Nun geht es ans Holzsammeln. Am besten eignet sich trockenes Holz und ein Mix aus dünnen Ästchen und kräftigeren Hölzern. Außerdem benötigt ihr ein paar trockene Baumrinden, Holzsplitter oder alte Tannennadeln, die das Feuer schnell entfachen und gut brennen.

3. Anordnung

Damit euer Lagerfeuer nicht nach fünf Minuten wieder erlischt, solltet ihr auf eine geeignete Schichtung des gesammelten Holzes achten. Als unterste Schicht verwendet ihr die gesammelte Baumrinde, Holzsplitter oder alte Tannennadeln und ordnet sie in der Mitte der Feuerstelle zu einem Häufchen an. Alternativ eignet sich sich dafür natürlich auch altes zusammengeknülltes Zeitungspapier. Dieses verbrennt allerdings sehr schnell, weshalb obenstehendes Material oft die bessere Grundlage ist.

Um dieses Zündhäufchen herum wird dann das Holz pyramidenförmig angeordnet. Kleinere Äste kommen nach innen, dickere Hölzer nach außen. Lasst eine kleine Lücke, um dort das Feuer später zu entzünden.

4. Feuer anzünden

Zum Entfachen eures Lagerfeuers kommt euer Streichholz oder Feuerzeug zum Einsatz. Dafür schirmt ihr bei Wind das Feuer etwas ab, damit ihr noch vor dem Erlöschen das Zündhäufchen erreicht und es zum Brennen bringen könnt.

5. Lagerfeuer-Naschereien: S‘mores und Stockbrot

Ein offenes Lagerfeuer bietet die perfekte Gelegenheit für ein paar herzerwärmende Leckereien.

S‘mores

Wer es süß mag, für den haben wir genau das Richtige: S’mores! Alles was ihr dafür benötigt sind ein paar Kekse, Schokolade und Marshmallows. Die Marshmallows werden auf das Ende eines langen Stocks gesteckt und im Feuer gold-braun geröstet. Aber Achtung! Die weiße Schaumzuckerware fängt schnell Feuer. Haltet sie also nicht direkt in die Flammen, sondern bringt sie in die Nähe der Glut. Da karamellisiert euer Marshmallow am besten.

Wenn euer Marshmallow gold-braun ist, packt ihr ihn zusammen mit einem Stück Schokolade zwischen zwei knusprige Kekse. Et voilá: Ein süßes amerikanisches Sandwich.

Stockbrot

Wer es eher etwas deftiger mag wird bestimmt zu einem Stockbrot nicht nein sagen können. Das bringt Kindheitserinnerungen hoch und sorgt für Gesprächsstoff und ein bisschen Aktivität am Lagerfeuer. Mit ein paar simplen Zutaten lässt sich der Stockbrotteig quick & easy zu Hause vorbereiten. Ein einfaches Rezept findet ihr hier.

Zum Garen schnappt euch einfach einen langen, nicht zu trockenen Stock und wickelt etwas Teig um die Spitze. Selbes Prinzip wie beim Marshmallow – Stock nicht direkt in die Flammen halten und regelmäßig drehen und wenden.

6. Feuer löschen

Nach einem gelungenen Abend am Lagerfeuer solltet ihr das Feuer unbedingt korrekt löschen. Sollte es bereits heruntergebrannt sein, braucht es eigentlich nur ein bisschen Wasser oder Sand, um es vollständig zu ersticken, damit das Feuer sich durch eine Windböe nicht ungewollt und unkontrolliert von selbst wieder entfacht.

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